WAGENBURG ÖFFNETE ZUM VIERTEN MAL
KONZERTREZENSION VON THOMAS AHNERT (FRÄNKISCHER TAG)
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EIN ANSTECKENDES VERGNÜGEN
Dieses Mal kam dazu, dass man die beiden Ensembles bereits vom Kissinger Sommer her kannte. Das Konzert im Wintergarten unter dem Dach des Hauses gestaltete das Duo Aliada mit Michał Knot –(Sopransaxophon) und Bogdan Laketic (Akkordeon) mit einem Programm, das man bei der Besetzung nicht unbedingt erwartet hätte. Gut, ihre Ausflüge in die Volksmusik des Balkans und aus Skandinavien machte schon deshalb Sinn, weil die beiden Instrumente zum Repertoire gehören. Und man hätte auch nicht darauf verzichten wollen, den Michał Knot und Bogdan Laketic musizierten mit einem Feuer und ansteckenden Vergnügen, das sie sich mit ihrer enormen Virtuosität wirklich leisten können. Aber das eigentliche Erstaunliche war ihr Streifzug durch den den „klassischen Bereich”. Denn schon in der „Abdelazer-Suite“ von Henry Purcell zeigten die beiden nicht nur wie gut die beiden Instrumente zusammenpassen, sondern auch, mit welch glasklaren Tönen da musiziert werden kann und wie trotzdem eine plausible historische, barocke Intonation erreichbar ist.
DIFFERENZIERTE DYNAMIK
Ihr Geheimnis wurde schnell klar: Sie bedienten sich einer ausgesprochen differenzierten Dynamik – fast möchte man sagen: Mikrodynamik bis kurz vor der Tonlosigkeit, mit der sie die Klangfarben steuerten. Das extreme Gegenteil war natürlich der „Russische Tanz“ aus Igor Strawinksys „Petruschka“: eine wunderschöne Lärmigkeit der Fastnacht, verwirrende Rhythmen, abrupte dynamische Wechsel und viel Vergnügen am Toben. Und schließlich „Trolltog“ („Der Zug der Trolle“) aus Edvard Griegs „Lyriske stykker“, ursprünglich für Klavier geschrieben, aber geschickt bearbeitet. Da kam das Geheimnisvolle, Gefährliche, Beklemmende bestens zum Tragen.
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